Montag, 6. September 2010
 

Die reformpädagogische Alternative:

 

Seit dem laufenden Schuljahr (2008/09) werden zunächst alle neuen 5 er Klassen nach reformpädagogischen Ideen unterrichtet. Sukzessive wird dieses Profil dann in den nächsten Klassen weitergeführt.

Wir meinen, dass wir damit mindestens zum Teil eine Antwort geben auf die schwieriger werdende Unterrichtssituation, auf die großen Unterschiede in Begabung und Sozialisation, auf die Tatsache, dass in Tübingen nahezu 70% aller Grundschüler auf das Gymnasium wechseln.

In den vergangenen 5 Jahren wurde in den so genannten „Freinet-Klassen“ dieses Konzept weitgehend erprobt. Die ersten Schüler machen in diesem Jahr ihre Abschlussprüfung.

Unsere Pädagogik enthält verschiedene reformpädagogische „Bausteine“.

So hat jede Klasse 1 Stunde Morgenkreis und hält einmal in der Woche ihren Klassenrat ab – der ein wichtiges Element zur Demokratieerziehung darstellt.

Wir rhythmisieren den Unterricht und teilen ihn in verschiedene Blöcke, die nicht mehr dem klassischen 45 Minuten-Takt unterliegen.

Der Tag beginnt mit Fachunterricht und einer sich anschließenden Stillarbeitsphase. In dieser Phase werden Hausaufgaben erledigt, Übungen zum vorangegangenen Stoff gemacht, der Arbeitsplan im 14-tägigen Rhythmus erledigt, Projekte geplant und durchgeführt.

Auf diesen „Block“ folgen eher musische Phasen (Sport. Musik, Theater...) darauf wieder Phasen klassischen Kursunterrichts.

Wir wollen, dass unsere Schüler an mindestens 1 AG verpflichtend teilnehmen. Wir möchten, dass möglichst viele unserer Schüler in der Mensa essen und nachmittags an der Schule im Sinne einer ganztägigen Betreuung bleiben. Dazu gibt es das Angebot des offenen Kunstraums und des offenen Technikraums über Mittag an mehreren Tagen in der Woche.

Projekttage / Projektwoche

feste Zeitfenster im Jahresplan

 

Rahmenbedingungen und Themenvorschläge Klasse 5

 

Zeitraum

Fächer

Thema

Schwerpunkt

Schuljahresbeginn

Alle

Kennenlern – Freizeit

Sozial

Herbst

Deutsch, …

Lesenacht

Sozial

Herbst

NWA, Sport, Kunst, …

Vögel/Fliegen/

Schwimmen

Naturwissen-schaftlich

Herbst

Klassenlehrer

Lernen lernen

Methodisch

November

Kunst, Religion,

TA, …

Weihnachtsbasar

Sozial

2. Halbjahr

Sport, MUM, Kunst, TA, …

Zirkus

sozial, Bewegung

Frühling

TA, Sport,

Radsportverein…

Fahrrad

Verkehrs-erziehung,

Paten, Kooperation mit Vereinen

Sommer

NWA, Deutsch,

Mathe, Kunst,

Garten-AG, MUM, Musik,

Englisch, …

Pflanzen und Tiere der Region/BRD/…

Naturwissen-

schaftlich

2. Halbjahr

Chor, Theater/Kunst

Chorfreizeit

musisch,

klassenüber-greifend,

Paten

Sommer

EWG, Deutsch, Mathe, Sport, …

Klassenausflug, Nachtwanderung

Planung des Ausfluges

 

 

 

 

 

Das Lernen:

Wir versuchen, den Kindern selbst gesteuertes Lernen zu ermöglichen, d.h. sie sollen im eigenen Tempo und in großer eigener Verantwortung lernen.

Wir nehmen die Eltern bewusst mit in den Lernprozess: Schülerarbeiten werden von Eltern mitkorrigiert, mehrfach im Schuljahr werden Ergebnisse der Schularbeit den Eltern präsentiert.

Unsere Schüler sollen ihre natürliche Neugier am Lernen behalten, es gibt deshalb an der Schule eine Abteilung „freies Forschen“.

Lernen soll – wo immer es sich anbietet – in projektartiger und damit die Fächer vernetzender Form stattfinden. Dies erfordert eine starke Abstimmung und Vernetzung der Kollegen untereinander und mit den Eltern. Deshalb bevorzugen wir Lehrerteams, das Klassenlehrerprinzip (wo möglich und gewünscht).

Das soziale Lernen – die Identität mit der Schule:

Das vernetzte Lernen wird durch einen durchgängig strukturierten und ritualisierten Jahresablauf unterstützt. Er ist für jede Klassenstufe individuell gestaltbar aber bindend:

So ist für die neuen Schüler gleich zu Beginn des Schuljahres ein mehrtägiges Kennenlernprogramm Pflicht. Das kann erlebnispädagogischen Zuschnitt haben, das kann der Besuch bei einer Naturschutzeinrichtung sein oder o.a......sein.

Dazu kommt auch zu Beginn der Klasse 5 ein mehrwöchiges Pflichtprogramm „Soziales Lernen“. Damit wollen wir – neben dem Streitschlichterprogramm- unseren Anspruch auf eine gewaltarme Schule unterstreichen.

Zusätzlich werden alle 5 er von Paten den 8.Klassen betreut.

Alle Schüler erleben jeden Freitag das identitätsstiftende Pausenradio, das von der SMV betreut wird.

Gestaltung des Schuljahresanfangs (Aufnahmefeier, Begrüßung durch die ehemaligen 5 er). Schuljahresende, Gottesdienste, gegenseitige Präsentationen, Filmnachmittage.

Der Sanitätsdienst, die Sportmentoren und der Mensadienst ergänzen dieses Programm.

Die Lernumgebung:

Die vor 40 Jahren (1968) gebaute Schule ermöglicht diese Art des Lernens nur sehr begrenzt. Dafür wurde sie nicht gebaut.

Wir müssen deshalb die Räumlichkeiten im Rahmen der Möglichkeiten umgestalten und v.a. mobiler machen.

Es muss möglich sein, dass einzelne Lerngruppen außerhalb des Klassenzimmers arbeiten und lernen – hierzu muss die Lernumgebung erheblich verändert werden - nicht zuletzt wegen der ungünstigen akustischen Verhältnisse an der Schule.

Die ersten Zeichen sind gesetzt:

Es gibt eine Arbeitsgruppe „Schulhausgestaltung“, das Schulhaus bietet inzwischen statt tristem Beton viel Kunst.


  

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