Mittwoch, 8. Februar 2012



Traurige Neuigkeiten aus dem Jungenprojekt von PROSOYA:

Der langjährige Leiter und Begründer des Projektes PROSOYA Hugo Fernandez verstarb im Dezember 2009. Er musste sich in Lima einer Darmoperation unterziehen und war bereits auf dem Wege der Besserung als er durch einen Infekt ganz schnell verstarb. Der Verlust ist schwer zu verkraften, da er die tragende Figur des Projektes PROSOYA war.




Im Märzrundbrief der Peruaktion e.V. ist zu lesen, dass 3 Mitarbeiter des Jungenprojektes die Arbeit zunächst in gemeinsamer Leitung weiterführen werden:
Wilfredo Meza, Isabel Martinez und Tonny Reymundo;
Eventuell wird sich Michell Solari, von Beruf Betriebswirt, zusammen mit seiner Frau Ulrike Sallandt, eine deutsche Pastorin, der Leitung des Jungenprojekts annehmen.

Neuigkeiten aus dem Mädchenprojekt Quillazu:


Auch im Mädchenprojekt gibt es personelle Veränderungen. Felix Isidro und seine Frau Shirley, die bisher die Leitung des Mädchenprojektes inne hatten ziehen mit ihrem Sprössling nach Ayacucho zur Familie von Shirley.
Doch auch hier haben sich 2 Nachfolgerinnen gefunden, wie im Märzrundbrief der Peruaktion e.V. berichtet:

Magdalena Kroll (studierte Land- und Viehwirtin aus Pozuzo) und Melne Gozar (Lehrerin aus Quillazú) die zunächst probeweise das Mädchenprojekt betreuen werden. Wir hoffen sehr, dass sie sich bewähren und dass wir mit ihnen diesmal eine dauerhaftere Lösung gefunden haben.

Und hier noch ein Bericht von Leonie Galler aus Bergisch Gladbach, eine der FSJlerinnen im Mädchenprojekt:
Die vergangenen Wochen in PROSOYA Quillazú standen ganz im Zeichen der Ferien, die hier in Peru fast drei Monate dauern. Seit Anfang Dezember sieht daher der Tagesablauf anders aus als gewöhnlich: Es wird eine Viertelstunde (!) später aufgestanden, also um 6 Uhr. Nach dem gemeinsamen Frühstück ziehen wir dann los in den Garten (sofern es das Wetter zulässt – es ist ja Regenzeit), wo uns das scheinbar in Sekundenschnelle wachsende Unkraut schon erwartet. Wie das Unkraut, so wachsen und gedeihen aber auch alle anderen Pflanzen, so dass man in unserem Garten sowohl Blumen als auch Zwiebeln und alle möglichen Kräuter finden kann. Am Nachmittag geht es dann wie gewohnt in die Werkstätten. In der Werkstatt Kunsthandwerk haben wir uns in letzter Zeit ganz dem Stricken und Häkeln verschrieben. Selbst Jana und mich sieht man nicht selten mit Strickzeug umherwandern – wer hätte das gedacht! Die Pralinenherstellung läuft wie gewohnt: Alles sehr lecker und Hauptabnehmer sind wir selbst. Als es hier in Quillazú auf den Advent zuging, erzählten einige der Mädchen etwas bedrückt, dass Weihnachten als „Fest der Liebe und Familie“ sie immer traurig macht, weil sie entweder keine richtige Familie haben oder aber diese nicht sehen können.


Jana und mir kam zu diesem Zeitpunkt eine Spende von Ulrike Schweizer zur Weihnachts- und Adventsgestaltung sehr recht:
Schnell war die Idee eines interaktiven Adventskalenders geboren. Wir bastelten und bastelten, und am 1.12. hing im Gemeinschaftsraum eine Schnur mit 24 kleinen Geschenken oder Schriftrollen daran. Jeden Morgen wurde also mit großem Enthusiasmus ein Geschenk geöffnet: Entweder war eine kleine Süßigkeit darin enthalten oder geheimnisvolle Botschaften auf den Zetteln zu lesen. Die Nachricht „Wir treffen uns heute Abend nach dem, noticiero'. Jeder bringt bitte einen etwa 1,50m langen Stock mit“ führte zunächst zu wilden Spekulationen und dann zu einem Lagerfeuer mit Singen und Marshmallows rösten. „Wir treffen uns um 8 Uhr im Zimmer von Leonie“ endete in einem Matratzenlager mit Kerzenschein und vorgelesener Weihnachtsgeschichte und schließlich damit, dass die Hälfte der Mädchen auch dort übernachtete. Außerdem backten wir einen ganzen Sonntag lang Unmengen von Weihnachtsplätzchen. Solche und ähnliche Aktionen versüßten den Mädchen ihre Weihnacht erheblich, so dass wir wirklich schöne und familiäre Festtage verbrachten. Vielen Dank also, auch im Namen der Mädchen für die Spende! Nach solcher Harmonie und Fröhlichkeit riss uns Hugos Tod kurz nach den Feiertagen natürlich doppelt aus der Bahn. Ein kleiner Altar mit frisch gepflückten Blumen, einer Kerze und einem Bild von Hugo erinnert seitdem an den von allen so geliebten Gründer und langjährigen Verantwortlichen des Projektes. Während der letzten Monate haben wir zwei Freiwilligen außerdem mit etwas Hilfe der Mädels den botanischen Garten angelegt: zwischen Haus und Hühnerstall wurde eine ca. 50 Quadratmeter große Fläche von Gestrüpp befreit, geebnet, mit Rinnen für das abfließende Wasser versehen, Wege und Beete angelegt und natürlich gepflanzt,was das Zeug hält. Noch sieht das Ganze etwas gerupft aus, weil gerade gepflanzte oder gesäte Pflanzen eben noch nicht besonders prachtvoll aussehen, aber man kann schon die künftige Pracht erahnen. Der botanische Garten soll Touristen einen Einblick in die wunderbare hiesige Flora bieten: Neben vielen Küchen- und medizinischen Kräutern wurden auch verschiedene Obst und Gemüsesorten gepflanzt, die wir Deutschen teilweise überhaupt nicht kennen: Guayaba, Bananen, Quito-Quito, Avocado, Granadilla, Pacae, Zuckerrohr, Brombeeren, Yucca, Süßkartoffeln und einiges mehr. Vor ein paar Tagen kam nun die zukünftige Verantwortliche für Quillazú, Magdalena Kroll, an. Sie macht einen super Eindruck, und wir hoffen alle sehr, dass sie zusammen mit der neuen consejera Profesora Melne dem Projekt zu einer weiterhin guten Zukunft verhilft.
Freudig wird auch berichtet, dass inzwischen die neuen Wasserleitungen in Quillazu verlegt werden konnten.



   
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