Mittwoch, 8. Februar 2012
 
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Life-Sendung am Freitag, 23.07.10


Nachdem wir im Selbstversuch gelernt hatten, wie beschwerlich ein Leben im Rollstuhl sein kann, machten wir uns auf die Suche nach Menschen, die ihr Leben trotz Behinderung aktiv gestalten und wir fanden die Rollstuhlbasketballer der RSKV-Tübingen. Spontan erklärten sich der Trainer und 2 Spieler bereit, uns ihre Sportart vorzustellen. Unsere Gäste waren:

Björn Wagner
Eberhard Schreiner
Tobias Schreiner


Wir haben erfahren, dass:

• Rollstuhlbasketball 1946 von ehemaligen Basketballspielern in den USA erfunden wurde, die nach Kriegsverletzungen trotzdem ihren Sport fortführen wollten.
• Rollstuhlbasketball mittlerweile in schätzungsweise 80 Ländern von über 25.000 behinderten (und z. T. nichtbehinderten) Männern und Frauen gespielt wird.
• Rollstuhlbasketball seit 1993 eine unabhängige Sportorganisation mit über 50 Mitgliedsstaaten ist.
• Rollstuhlbasketball seit den Paralympics in Rom 1960 paralympische Sportart ist.
Neben Menschen mit körperlichen Behinderungen dürfen auch Nichtbehinderte mitspielen. Die Regeln sind an die des klassischen Basketballs angelehnt und in einigen Punkten an die Anforderungen des Rollstuhlgebrauchs angepasst. Als einer der wichtigsten ist hier das Klassifizierungssystem zu nennen, das einen Ausgleich zwischen Mitspielern mit unterschiedlich starken Behinderungen herstellt. Die Punkteverteilung von 1 (schwere Behinderung) bis 4,5 (Nichtbehinderte) darf in der Mannschaftsgesamtpunktzahl die Grenze von 14 Punkten nicht übersteigen.

Im Interview wurde von sehr persönlichen Fragen bis hin zu speziellen Fragen zur Ausrüstung und dem Spielerrollstuhl alles beantwortet. Der lockere und entspannte Eindruck, den unser Besuch hinterlassen hat, beeindruckte Groß und Klein. Solche Informationen und Erfahrungen sind für uns alle wichtig, damit ein Miteinander problemlos funktionieren kann.
Die restlichen Grenzen zum persönlichen Kontakt fielen letztlich beim Zuschauen und Ausprobieren von praktischen Übungs- und Spielzügen im Rollstuhl in unserem Schulhof. Alles sah leicht und spielerisch aus und stellte sich beim Selbstversuch als schwierige Herausforderung dar.
Nach anfänglichen Unsicherheiten und Hemmschwellen, sich als Nichtbehinderter in einen Sportrollstuhl zu setzen, waren diese praktischen Übungen ein voller Erfolg und jeder wollte zum Schluss selbst einen Versuch wagen.
Ein einmaliges, unvergessliches Erlebnis, so die Aussage der Schüler und Lehrer. Wir würden uns so etwas noch einmal wünschen, meinten spontan viele Schüler! Auf alle Fälle nehmen wir uns vor, an einem Heimspiel unserer RSKV-Tübingen teil zu nehmen.


  

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