Mittwoch, 8. Februar 2012
 
Tagebuch Verdun


22. Juni 2010

Heute ging es endlich los, unsere Fahrt nach Verdun. Ich war leicht aufgeregt. Die Busfahrt war genial. Nach längerer Zeit fuhren wir über die Grenze nach Frankreich. Dort erfuhren wir von der Maginot Linie, die aus einem Bunkersystem an der Grenze mit unterirdisch vernetzten Zügen bestand, damit die Soldaten schnell verschoben werden konnten. Unser erster Halt war der deutsche Soldatenfriedhof Thiaucourt, den ich sehr beeindruckend fand. Die vielen Gräber waren alle auf einer Wiese in Reihen. Wir haben auch Gräber von Juden gefunden. Die große Anzahl der Gräber hat mich erschrocken und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Nach dem wir diesen Friedhof verlassen hatten fuhren wir nur kurz mit dem Bus weiter bis wir wieder an einem Soldatenfriedhof hielten. Dies war jedoch nun der amerikanische Soldatenfriedhof St. Mihiel. Der Unterschied war unübersehbar, denn dieser Friedhof war ähnlich wie eine Parkanlage angelegt. Viele Bäume, der Rasen akkurat gepflegt und es gab mehrere Statuen genauso wie ein Gebäude im hinteren Teil des Friedhofes, das im altrömischen Stil gebaut war. Deutlich wurde, dass hier die Opfer der Siegermacht geehrt werden. Doch trotz der unterschiedlichen Arten der Friedhöfe waren beide sehr beeindruckend.
Bevor wir in Verdun ankamen, sahen wir uns noch ein Monument der Amerikaner auf dem ,,Trockenen Berg – Montsec“ an. Dieses Monument wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut. Die Amerikaner bauten dieses Monument, weil sie den ,,Trockenen Berg“ wieder zurück erobert hatten.

Als wir nun in Verdun an unserem Hotel waren, gab es erst einmaI eine negative Überraschung für uns, da wir uns unter einem Hotel etwas besonders Tolles vorgestellt hatten und das Hotel diese Erwartungen leider nicht erfüllte. Denn die Zimmer waren extrem klein und Dusche und Klo waren komplett aus Plastik. Am Abend dieses ersten Tages gingen wir dann noch in die Stadt Verdun und besichtigten schon einen Teil davon,

23. Juni 2010

Der zweite Tag begann leicht stressig, da die Duschen sehr schnell belegt waren. Als wir dann gefrühstückt hatten, starteten wir zum Beinhaus „Ossuaire de Douaumont“. Das Beinhaus hat mich etwas überrascht, da ich mir etwas anderes darunter vorgestellt hatte. Ich dachte nicht, dass es so ein großes Gebäude ist, mit einer so großen Außenanlage. Denn um das Beinhaus ist ebenfalls ein Friedhof angelegt. Die äußere Anlage ähnelte dabei dem amerikanischen Soldatenfriedhof. Im Beinhaus selber gab es zwei Gänge, einen für die Franzosen und einen für die Amerikaner. Außerdem gibt es noch einem Turm, von dem man eine prima Aussicht hat. Auf dem Weg nach oben sind Kriegsgegenstände aus dem ersten Weltkrieg ausgestellt. Dies war sehr interessant, da ich da zum ersten Mal die genauen Waffen usw. gesehen habe. Im Beinhaus gibt es auch ein Untergeschoss, in diesem gibt es einen Souvenirladen und einen Raum, in dem wir einen kurzen Film zu Verdun und dem Beinhaus gesehen haben.

Die zwei Dinge, die mich jedoch am meisten beeindruckt haben, waren erstens die unzähligen Knochen, die man durch das Fenster sehen konnte und die Außenanlage mit dem Friedhof.



 
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Das nächste, was wir an diesem Tag besichtigten, war ein komplett ausgelöschtes Dorf, das vor dem ersten Weltkrieg noch existierte, das Dorf Fleury-devant-Douaumont. Dort wurden dann mit weißen Pfosten die ehemaligen Straßen markiert und mit beschrifteten Steinen die ehemaligen Gebäude.
Das Dorf war nicht mal mehr ansatzweise zu erkennen. Dies war auch das, was mich diesmal am meisten faszinierte, nämlich, alles war verwachsen, nichts zu erkennen, die Natur hat sich fast alles wieder zurück geholt. Nach diesem eindrücklichen Schauplatz gingen wir in das nahe liegende Verdun Museum Fleury. Dort wurden Kriegsszenen dargestellt und alles gezeigt, was im Krieg geschah oder benützt wurde. Auch dieser Besuch im Museum war sehr informativ. Als letztes besuchten wir an diesem Tag noch die Zitadelle von Verdun. Diese Zitadelle wurde jedoch so umgebaut, dass man mit einem kleinen Gefährt durchfährt und in einzelne Szenen hinein gefahren wurde. Etwas störend fand ich die Kälte, dadurch hat man aber erst einmal gesehen, wie es den Soldaten gegangen sein musste, obwohl wir nur eine halbe Stunde uns in dem Gebäude aufgehalten haben.


24. Juni 2010

Am letzten Tag in Verdun waren unsere Stationen alle etwas weiter verteilt, was längere Fahrtzeit im Bus bedeutete. Unser erstes Ziel war ein Denkmal – La tranchée des bajonnettes - für ein paar Soldaten, die anscheinend aufrecht stehend verschüttet worden sind. Dies glaubte man, weil die Gewehrenden noch aus dem Boden ragten. Dies entsprach jedoch nicht ganz der Wahrheit, denn die Soldaten wurden von einer anderen Einheit begraben und haben deshalb diese seltsame Stellung im Tod. Als zweites besichtigten wir die hart umkämpfte Höhe 304. Diese wurde von den Franzosen gehalten und war einer der letzten wichtigen militärischen Punkte vor Paris, denn von dieser Höhe aus konnte man Paris mit den damaligen Mitteln innerhalb von zwei Stunden erreichen. Diese Höhe konnte nur gehalten werden, weil die Franzosen direkte Versorgung von Paris erhalten hatten. Trotzdem, oder gerade deshalb wurden hier erbitterte Kämpfe geführt, die hohe Verluste für beide Seiten mit sich brachten. Nach dieser Besichtigung fuhren wir wieder zurück nach Verdun. Dabei konnte man bei der Fahrt durch den Wald noch einmal sehr gut die durch Bomben verunstaltete hügelige Landschaft sehen.
Die Rückfahrt war nicht mehr ganz so angenehm wie die Hinfahrt, weil es deutlich heißer war und alle etwas erschöpft waren. In Straßburg haben wir dann noch das Europäische Parlament angesehen, aber es war eigentlich etwas zu heiß für weitere Besichtigungsziele. Die weitere Busfahrt verlief recht ruhig, nur es war sehr heiß. Am Ende war ich doch wieder froh in Tübingen zu sein.




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