Sonntag, 5. September 2010
 
Tage der Orientierung – zu Gast im Kloster Heiligenbronn

Es jährte sich nun schon zum 9. Mal, dass sich evangelische Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen im Fach Religion, zusammen mit ihrem Religionslehrer, Herrn Rudolf Renner, auf den Weg nach Heiligenbronn machten, um sich das Klosterleben einmal vor Ort anzuschauen. Nachdem die Gruppe vormittags an der Bushaltestelle von Schwester Johanna abgeholt worden war und die Zimmer bezogen hatte, begann sie die gemeinsame Zeit mit einer Kennenlernrunde.
Danach recherchierte die Gruppe erst einmal auf eigene Faust die Besonderheiten des Ortes, die wir anschließend zusammentrugen. Da das Kloster ein Teil der „Stiftung St. Franziskus“ ist, konnten die SchülerInnen neben den Klostereinrichtungen auch Schulen, Werkstätten und weitere Einrichtungen entdecken.
Dann machten wir uns nochmals gemeinsam auf einen Rundgang durch das Gelände, wobei der Start natürlich an der Gnadenquelle war, dem Ursprung des Ortes. Im Garten der Sinne endete der Rundgang mit einem Blindenführerspiel. Sr. Johanna informierte an diesem Ort auch über die Geschichte Heiligenbronns.
Nachmittags besuchten wir die Blinden- und Gehörlosenwerkstätten. Faszinierend anzusehen war die Herstellung von Bürsten und Körben jeglicher Art. Auch die Gespräche mit den Arbeitskräften waren aufschlussreich. Mancher war doch sehr erstaunt, welche Leistungen hier erbracht werden. Das Einverständnis, dass sich die blinden und sehbehinderten Menschen über die Schulter „gucken“ lassen, und die damit verbundenen Erfahrungen waren sicherlich ein besonders beeindruckender Teil dieser „Tage der Orientierung“.
Anschließend haben wir uns nochmals näher mit dem Stundengebet beschäftigt, zu dem wir uns drei Mal am Tag mit der Schwesterngemeinschaft in der Kapelle zusammenfanden.
Abends besuchten wir die Gruppe „Fridolin“. Hier begegneten wir wieder einigen Menschen, die wir schon in den Werkstätten kennen gelernt hatten.



 
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Sie zeigten uns ihre Zimmer, technisches Gerät zur Texterkennung und die liebevolle Ausstattung ihres Wohnraumes.
Mit verschiedenen Gesellschaftsspielen – von „Rommé“ bis „Mensch ärgere dich nicht“ – beschlossen wir den Abend. Die Begegnung mit blinden oder sehbehinderten jungen Menschen war für alle sehr eindrücklich.

Am nächsten Morgen, nach der Laudes und dem gemeinsamen Frühstück, war die alljährliche Fragerunde dran, in der die Jugendlichen der Schwester Johanna sämtliche Löcher in den Bauch fragen konnten, die einem eben so einfallen, wenn es die Möglichkeit gibt, einer Ordensfrau zu begegnen. Dieses Mal waren auf alle Fälle sehr ernsthafte Fragen dabei, wodurch diese Runde sehr kritisch und intensiv ablief.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zu den peruanischen Tonfiguren von Raul Castro, der für Heiligenbronn das Leben Jesu dargestellt hat. Nachdem wir im Einzelnen verschiedene Szenen vom „öffentlichen Wirken Jesu“ gemeinsam betrachtet hatten, konnte jede/r noch einen ganz persönlichen Brief an Jesus schreiben, mit allen Wünschen, die ein junger Mensch an Gott, an sich selber, an die Zukunft, für das eigene Leben hat.
Nach dem Mittagessen und einer abschließenden Runde im Meditationsraum war die gemeinsame Zeit auch schon wieder vorbei – das geht immer schneller als man denkt!




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