Montag, 6. September 2010

Der Besuch der „Großen Dame“


Frau Dr. Pacher, Abteilungsleiterin am Regierungspräsidium, die zuständige Schulrätin, Frau Hilbert und der Realschulreferent am Regierungspräsidium, Herr Wahl, waren am 17.11.09 einen ganzen Tag an der Walter-Erbe-Realschule.
Neugier, hohes Informationsbedürfnis über „Realschule“ allgemein und die Walter-Erbe- Realschule im Besonderen, haben Frau Dr. Pacher und Co an unsere Schule gelockt.
Sie wurde vom „RadioAktiv“-Team , unserem Schülerradio, mit toller Musik gebührend begrüßt und gleich anschließend interviewt.
Danach war klar: Frau Dr. Pacher ist Chefin aller Lehrer zwischen Tübingen und Bodensee, sie hat ihren Doktortitel in Geographie gemacht, kam über Gymnasium, Ministerium und Leiterin der LMZ - Karlsruhe als Chefin der Abteilung 7 nach Tübingen.
Jeden Monat versucht sie, eine Schule zu besuchen und wir sind die 4. Realschule überhaupt, die sie besuchen wollte.
Warum gerade wir? – Das haben sich Schüler, Eltern und Lehrer gefragt – aber wir haben geahnt, es geht auf jeden Fall auch um unser reformpädagogisches Profil. Und so gab es eine Reihe von Gesprächsrunden: Mit der Schulleitung, mit den Elternvertretern, mit der SMV, mit den Lehrern. Es blieb kaum Zeit für eine Brezel oder einen Kaffee.
Ohne Berührungsängste diskutierten SMV-Mitglieder mit unserem hohen Gast. Auf die Frage, ob denn in der W-E-R mehr liefe, als die üblichen SMV-Parties, berichteten die Schüler/innen von unserer jährlichen SMV-Tagung, von der Aktion „Putzt euch schulfrei“, von Klassenpatenschaften und unserem langjährigen Engagement für die Tübinger AIDS-Hilfe.

     

Im Zentrum standen natürlich die Unterrichtsbesuche in verschiedenen Klassen:
Frau Dr. Pacher konnte hautnah erleben, wie im Klassenrat einer 7. Klasse Probleme mit älteren Schülern diskutiert wurden. Anschließend war der Besuch in einer 5. Klasse angesagt, bei der wir zuerst den Eindruck hatten, dass hier gar kein Unterricht stattfindet: Es gab keine Lehrerin am Pult, stattdessen arbeiteten manche Kinder vor dem Klassenzimmer, übten Texte. Andere saßen in kleinen Grüppchen beieinander und grübelten über Matheproblemen und bald saß auch die oberste Chefin mit am Tisch – schließlich war sie früher mal Mathelehrerin.
Diesen authentischen Eindruck über reformpädagogischen Unterricht vertieften wir in einem einstündigen Gespräch mit den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern. Die Grundzüge unseres pädagogischen Handelns kamen zur Sprache, die Voraussetzungen, die Mehrbelastung für die Lehrer und die Notwendigkeit, die richtigen Lehrer für die Schule zu bekommen.
Das (sinngemäße) Resumée Dr. Pachers nach dieser Gesprächsrunde: Wenn man das sieht und erlebt, wie in diesen Klassen gearbeitet wird, dann sieht man deutlich, wohin sich Realschule entwickeln wird und man sieht auch, wie entspannend für Lehrer und Schüler dieser Unterricht sein kann.
Nach dem Mittagessen in der Mensa mit Vertretern des Förderkreises war noch genügend Zeit für den Besuch der Juniorfirma der Schule, die sich im sozialen Bereich engagiert. Beeindruckend, was hier in kürzester Zeit entstanden ist:
„Schüler für Senioren“, eine richtige Firma, geleitet von Schülern, ausgebildet von Fachleuten aus der Wirtschaft für die Finanzbuchhaltung, die Unternehmensdatenbanken, das Marketing, in Rechtsfragen und für den Umgang mit älteren Menschen.
Ein professionelles Büro, ausgestattet mit Telefon-, Fax- und Internetanschluss. Computer, bestückt mit hochwertiger
Unternehmenssoftware und Farblaserdrucker.
Über 30 Schülerinnen und Schüler, die sich auf den Start der Firma im Januar 2010 in ihrer Freizeit vorbereiten und die betreuende Lehrerin, Frau Pfeffer, die sich zugetraut hat, diese Idee in die Tat umzusetzen, ließen unsere Gäste staunen.

Wir hätten noch Vieles zeigen können, es war AG Nachmittag mit den Jugendbegleitern, der Theater AG, der Technik- Filz- Spiele AG… aber Frau Dr. Pacher hatte noch einen Termin, zu dem sie sicher mit etwas Verspätung eingetroffen ist. Es war eben auch nicht alltäglich, was sie bei uns erlebt hat.

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